Angetestet: Sony Alpha 7 (das Auslaufmodell)

Neues Spielzeug ist immer schön, aber manchmal muss man sich die Frage stellen: Warum? Eigentlich bin ich mit meiner Nikon D800 und einer Sony Nex 3 bestens bedient. Die Aufgabenverteilung für die Kameras ist klar: Die Nikon für die Qualität, die Nex ist immer dabei. Ich hatte sie als Abverkauf für etwas mehr als ein Drittel vom Einstandspreis gekauft und damit war sie auf einen Preis gesunken, der auch zum ins Handschuhfach stecken passt. Allerdings habe ich mit der Zeit festgestellt, dass ich mit der kleinen Kamera weit mehr Fotos als mit meiner Nikon mache. Das liegt natürlich daran, dass ich sie fast immer dabei habe, aber auch der Klappmonitor ist eine echte Hilfe bei der Bildgestaltung. Die Qualität ist OK, das einzige was fehlt, ist die Möglichkeit mit der Blende zu arbeiten.

Bei einem Halbformatsensor, wie ihn die Nex 3 hat, braucht man zum Freistellen von Objekten eine sehr große Blendenöffnung im Vergleich zu einem Vollformatsensor. Das schafft man nur mit entsprechend hochpreisigen Objektiven, die den Vorteil des preiswerten Gehäuses wieder zunichte machen. Grade jetzt hat Media Markt den Preis für die erste Vollformatkamera von Sony, die Alpha 7, kräftig gesenkt (gekauft habe ich bei Foto Gregor, die waren noch einen Tick billiger). Sicher wird es noch günstigere Angebote geben, aber mit den Standardzoom kostet sie jetzt rund ein Fünftel der Nikon mit Standardzoom und fühlt sich damit im Handschuhfach auch ganz wohl.

Die Frage ist natürlich, was die Alpha 7 kann. Zunächst einmal sehr viel, wenn man manuelles Fokussieren in Betracht zieht. Das Sony E-Mount Bajonett ist mit eigentlich allen Objektiven, die es überhaupt gibt, kompatibel. Das liegt daran, dass die Kameras keinen Spiegel haben und damit das Auflagemaß des Bajonetts sehr sehr klein ist. Adapter kosten einstellige Eurobeträge, man muss nur etwas warten, bis sie aus China ankommen. Dafür bekommt man mäßige Passgenauigkeit, die man aber leicht auf ein brauchbares Maß steigern kann, indem man die Anpressfedern nachjustiert. Dann kann man jedes Objektiv, das einen manuellen Blendenring besitzt, nutzen. Und mit modernen Programmen zum Nachschärfen (z.B. Sharpen) bekommt man auch mit eigentlich flauen Objektiven eine brauchbare Schärfe hin.

Nächstes Feature, das mir gefällt, ist der Klappmonitor. Bevor ich ihn nicht ein paar Jahre benutzt hatte, wäre mir das nicht eingefallen. Aber besonders zum Fotografieren von Autos, Kindern und manchmal auch bei Landschaftsaufnahmen ist es unheimlich praktisch, entspannt aus der Hüfte oder auch direkt über dem Boden zu fotografieren. In die gleiche Kerbe (praktisch im Alltag) schlägt auch das Gewicht. Die Kamera wiegt laut Datenblatt 416 Gramm und ist ganz einfach leicht.

Das Standardobjektiv ist es übrigens auch. Wobei natürlich die Frage naheliegt, was es taugt. Nun ja, es ist billig, aber OK. Wie bei der Nex 3. Ich habe viele Vergleichsbilder geschossen und meine, dass meine Nikon Objektive ihr Geld wert sind. Aber brauchbare Bilder bekommt man auch mit den Standardobjektiven von Sony hin. Mich stört eher die zu kleine Offenblende als die Schärfe. Und da ich sehr oft Schwarzweißfotos mache, sind mir Farbfehler auch nicht so wichtig (falls sie denn welche haben, ich habe es nie versucht zu prüfen).

Was nervt? Das Scharfstellen. Ich habe eine geschlagene Stunde gebraucht, der Kamera das Scharfstellen auf Gesichter abzugewöhnen (auf Features wie das Auslösen bei Lächeln möchte ich gar nicht eingehen, man kann es ja ebenfalls abschalten). Auch ist der Autofokus langsam (besonders bei wenig Licht), aber das war klar, es ist ja ein alter Kontrastautofokus. Da meine Landschaftsbilder nicht so schnell unterwegs sind, kann ich gut damit leben. Viel besser als bei der Nex 3 ist das Sucherbild. Die kleine Kamera hat nur den Bildschirm als Bildfinder, die Alpha 7 hat einen „richtigen“ Sucher, der allerdings auch digital funktioniert (ist ja klar, sie hat ja keinen Spiegel).

Woher kommen meine Erkenntnisse? Bisher habe ich eine Tour gemacht, natürlich zum Köterberg. Das Aufmacherbild sagt wohl alles. Womit mir noch ein nettes Feature der Alpha 7 einfällt: Sie hat eine Panoramafunktion. Dabei wird nicht einfach das Bild beschnitten, sondern die Kamera macht selbsttätig Auslösungen während man die Kamera schwenkt und setzt diese zu einem Panorama zusammen. Ein weiteres Bild, das ich heute gemacht habe, ist dieses:

Wald bei Springe

Erkenntnisse über die Bildqualität kann man so leider nicht gewinnen, das Bild ist stark verkleinert, damit das Laden nicht so lange dauert.

Etwas mehr zum Thema des Blogs passt vielleicht dieses Bild:

… und mit Auto

Zum Schluss noch das Highlight vom Köterberg. Wer eine Ahnung hat, was für ein Moped das ist, darf gerne kommentieren.

Moped Köterberg

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